

Während ich hier bei einem kleinen Bierchen den Tag
gemütlich ausklingen lasse, schreibe ich für euch den Bericht eines
ereignisreichen Tages nieder, bei dem auch alles anders hätte kommen können...
Denn als ich heute Morgen die Augen aufmachte und das helle Tageslicht herein
scheinen sah, war ich plötzlich sofort hellwach. Ein schneller Blick auf den
Wecker - SCHOCK! 7:45 Uhr zeigte das blöde Dings schonungslos an - Eigentlich
wollte ich zu dieser Uhrzeit schon eine Viertelstunde unterwegs sein. Die
Gedanken schießen mir nur so durch den Kopf - ich suche nach einer Lösung und
springe dabei wie in Trance in meine Kleidung. Duschen? Keine Zeit! Geldbeutel,
Handy, Schlüssel, Eintrittskarte schnappen und ab gehts. Oder war da noch was?
Achja: Kamera vergessen! Also schnell zurück, Cam geholt und hinaus gestürmt,
hinein ins Auto und Vollgas Richtung Hbf Karlsruhe. Während ich also vor mich
hin brauste und mir nochmal überlegte, ob ich auch wirklich alles dabei habe,
ging mein Blick immer wieder auf die Auto-Uhr. Verflixt, warum geht die Zeit so
verdammt schnell rum? Doch ich komme gut voran, es ist nicht viel los auf den
Straßen, und wenn mal ein Auto auftaucht, ist es meistens auch schnell überholt.
Dann auf die Autobahn und alles heraus geholt, was in meinem "kleinen Löwen"
drin steckt. Da - endlich: Karlsruhe! Doch halt - Welche Ausfahrt muss ich raus?
Das kann doch nicht wahr sein! Erneut wie in Trance lenkte ich mein Vehikel bei
Ausfahrt KA-Mitte raus und suchte sehnsüchtig nach einem Hbf-Hinweisschild. DA!
JAAA! Da ist es!! Es war also die richtige Ausfahrt! Also nichts wie auf den
Parkplatz, rausgesprungen und ab zum Gleis - und siehe da: GESCHAFFT! In 50
Minuten von meiner Haustüre zum Hbf Karlsruhe - das soll mir erstmal einer
nachmachen! :)
Auf der Fahrt im Zug war dann erstmal Entspannung angesagt. Dachte ich
zumindest. Bis ich in Mannheim umstieg und mich an meinem reservierten Platz mit
einem jungen Paar und deren Kleinkind konfrontiert sah. Das konnte ja was
werden! Und tatsächlich: Ein Gequake wechselte sich mit einem Geheule ab - und
das 3 Stunden lang! Die Krönung war wann das "Ist er nicht süüüüüüüß?!" zu einer
älteren Dame schräg gegenüber, die dies auch noch freudestrahlend bejahte. Ohja,
ganz süß dachte ich mir und war dann auch heilfroh, in Hannover endlich
aussteigen zu können.
Dort traf ich mich dann auch gleich am Gleis mit den tooor'lern blumi und dem
knoten, sowie deren Kumpels, mit denen ich mich dann auch gleich auf den Weg ins
Niedersachsenstadion, oder zu Kommerzdeutsch "AWD-Arena", machte.
Dort angekommen wies mich erst einmal ein Ordner an einem Eingang ab und
schickte mich zu einem anderen. Absolut unnötig, wie ich später herausstellte,
denn auch vom anderen Eingang wäre ich wunderbar zu meinem Platz gekommen. Aber
was solls. Da ich Hunger hatte hies es erstmal eine dieser Arena-eigenen
Bezahlkarten zu kaufen (Dem Erfinder der Dinger sollte mal gehörig der Hintern
versohlt werden!) 10 Euro Mindesteinzahlung, wobei 3 Euro als
"Bearbeitungsgebühr" einbehalten werden, man bekommt also für 10 Euro eine Karte
mit 7 Euro Guthaben. Nunja, immerhin konnte man sich nach dem Spiel das
Restguthaben auszahlen lassen, schwacher Trost!
Bewaffnet mit einer Pizza (Wo waren die Wurststände?) ging es dann hinein ins
Stadion - sorry, ich meinte natürlich Arena. Erster Eindruck: Genial! Auf jeden
Fall eine der besseren neumodischen Arenen!
Der Gästeblock war eine Stunde vor Spielbeginn auch schon gut gefüllt, und die
BVB-Fans machten auch ordentlich Stimmung. Im Gegensatz zu den Hannoveranern,
von denen man vor dem Spiel und die ersten 10 Minuten absolut nix hörte
(irgendein Boykott, wie ich später mitbekam).
Zur ersten Halbzeit brauche ich ansonsten nichts mehr schreiben, denn die war
absolut grottig und ich hatte schon Angst, nach dem mageren 0:0 am gestrigen
Abend bei VfB-Hertha das nächste torlose Spiel
zu erleben.
Doch da machten mir die Akteure auf dem Rasen in der 2.Hälfte zum Glück einen
Strich durch die Rechnung. Nach einem Elfmetertor für 96 und Platzverweis von Valdez nur wenige Minuten später, entwickelte sich ein wahrer Niedersächsischer
Sturmlauf. Ein ums andere Mal kamen sie gefährlich vors BVB-Tor und konnte ihre
Führung nach und nach auf ein stattliches 4:0 ausbauen, was der Stimmung im
weiten Rund zu Gute kam, die logischerweise sehr gut war.
Am Ende des Spiels konnte der BVB dann noch durch Nachlässigkeiten in der
96-Defensive zwei Anschlusstreffer erzielen und damit Ergebniskosmetik
betreiben.
Alles in allem ein lohnenswerter Ausflug ins Niedersächsische - sicherlich nicht
zum letzten Mal!
Grüße an blumi, den knoten + Kumpels








