Die Saison neigt sich der Winterpause zu - die Tabellen nehmen so langsam Formen an.
So auch in der Regionalliga Süd, in der die TSG Hoffenheim im Stile eines kleinen Chelsea London die Milliönchen in den Hintern geschoben bekommt und damit versucht, höhere Ligen zu erreichen.
Die mit Ex-Bundesligaspielern wie Seitz, Copado oder Maric gespickte Truppe von Ralf Rangnick musste heute also die Pflichtaufgabe gegen den Aufsteiger aus Kassel lösen.
Dass dies nicht immer gelingt, bewahrheitete sich bereits im Hinspiel, als nämlich der KSV die TSG besiegen konnte.
Am heutigen Samstag nahmen sich die Hoffenheimer also die Revanche vor.
Nachdem ich vom Parkplatz quer durch den Wald zum Stadion gelaufen war und mir dort angekommen erst einmal eine Bratwurst gönnte, machte ich mir zuerst ein Bild vom 5.000-Zuschauer fassenden Dietmar-Hopp Stadion. Regionalliga-Standard - nicht mehr. Die Lage, im Wald oberhalb des (winzigen) Örtchens Hoffenheim, ist jedoch gut gewählt. Erinnert von der Lage etwas an den Betzenberg in Kaiserslautern (sorry Lauterer für den Vergleich).
Zu Spielbeginn fanden sich 2.290 Zuschauer im Stadion ein, darunter etwa 100 aus Kassel. Diese machten auch, vor allem in der 1.Halbzeit eine recht ordentliche Stimmung. In der 2.Halbzeit war dann allerdings nicht mehr allzuviel zu hören.
Auf Hoffenheimer Seite gab es etwas 10 Fahnenschwenker, das wars auch schon.
Stimmung? Fehlanzeige.
Es versuchten zwar immer mal wieder einige der Anhänger, etwas Anfeuerungs-ähnliches zum Besten zu geben, jedoch ging es nie über ein "TSG - TSG" in vielleicht Staubsauger-Lautstärke hinaus.
Die Mannschaft auf dem Platz ging trotzdem bereits nach 6 Minuten in Führung und war auch in der Folgezeit das bessere Team. Wie aus dem Nichts fiel dann Mitte der 1.Halbzeit der 1:1-Ausgleich, was gleichzeitig auch der Halbzeitstand war.
In der 2.Hälfte mühte sich die TSG lange Zeit vergebens und alles schien sich schon mit dem eigentlich gerechten Unentschieden abgefunden zu haben, da schlug der Gastgeber doch tatsächlich in den letzten 7 Minuten noch 2 Mal zu und holte sich so weitere 3 Punkte im Kampf um den Aufstieg, während die Kassler weiterhin um den Klassenerhalt fighten müssen.
So wie es also kurz vor der Winterpause aussieht, ist die zusammengekaufte Truppe aus dem Vorort von Sinsheim auf dem besten Wege, nächste Saison eine Liga höher zu spielen...
Doch wie heißt es so schön? Tradition kann man nicht kaufen.
Niemand will Hoffenheim in Liga 2 sehen!

 

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